Unsere Lärmdisplays im Einsatz ...

  • Aktionstag 2017 Coswig/Sa.
    Aktionstag 2017 Coswig/Sa.

    mehrfarbiges Lärmdisplay am Bahndamm

  • Lärmschutzkonferenz in Coswig/Sa.
    Lärmschutzkonferenz in Coswig/Sa.

    Filmvorführung mit Ton und Lärmdisplay

  • Feldversuch in Loffenau 2015
    Feldversuch in Loffenau 2015

    L564 Ortsausgang Loffenau, Baden Württemberg

  • Tag gegen Lärm 2015
    Tag gegen Lärm 2015

    Radebeul, Bahnhofstraße - Foto: Uwe Hofmann

  • Schnaiter Weinstraße 2015
    Schnaiter Weinstraße 2015

    Weinstadt in Baden Württemberg - Foto: Jochen Beglau

  • Tag gegen Lärm 2015
    Tag gegen Lärm 2015

    Weinböhla, Marktplatz

  • Aktionstag 2015
    Aktionstag 2015

    Dresden-Cossebaude, Meißner Landstraße (B6)

  • Aktionstag 2014
    Aktionstag 2014

    Deutschenbora, Autobahndreieck A4/A14

  • Tag gegen Lärm 2014
    Tag gegen Lärm 2014

    Radebeul, Meißner Straße

  • Tag der Sachsen 2014
    Tag der Sachsen 2014

    Großenhain

Was ist Lärm?

"Lärm ist Gestank im Ohr".
Der Begriff Lärm ist aus Alarm (ital. all’arme = zu den Waffen) hervorgegangen und wird umgangssprachlich für verschiedene Bedeutungen verwendet. Mal ist die Rede von Krach und Lautstärke, mal von Schall, Sound oder Klang. Was für den Einen purer Lärm ist, bezeichnet ein Anderer als Klang oder „Auspuff-Sound“.

Wirklich messbar ist der Schalldruck, also welche Kraft die Schallwellen auf eine Fläche ausüben. Der Schalldruckpegel wird mit Schallpegelmessgeräten erfasst und in Dezibel angegeben.

 

 > 
Was ist Lärm?
 > 
Wie kann man sich Schalldruck und Dezibel vorstellen?
 >  Was bedeutet der Zusatz dB(A)?
 >  Was ist bei Berechnungen des Schalldruckes zu beachten?
 >  Wird Verkehrslärm berechnet oder gemessen?
 >  Wie wird die Lärmeinwirkung gemessen?
 >  Welche Maßnahmen können den Verkehrslärm verringern?
 >  Was ist der LDEN-Index?
 >  Welche Grenzwerte sind zulässig?
 >  Wie werden Lärmbelastungen bewertet?
 >  Literatur
   

Wie kann man sich Schalldruck und Dezibel vorstellen?

Die von einer Schallquelle ausgehenden Luftschwingungen erzeugen Kraftimpulse auf unser Trommelfell. Das menschliche Ohr kann solche Schwingungen ab einer gewissen Stärke wahrnehmen und bis zu einer Obergrenze aushalten. Die Untergrenze ist die Hörschwelle, die Obergrenze liegt kurz vor der Zerstörung des Trommelfells. Die Wahrnehmung des Schalldrucks hängt aber nicht nur von dessen Stärke ab. Entscheidend ist außerdem, wie schnell die Impulse auf das Trommelfell einwirken. Die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde wird als Frequenz bezeichnet und in Hertz (Hz) angegeben. Die Hörschwelle ist also frequenzabhängig und wurde auf 20µPa bei 1000Hz festgelegt. Das ist gleichzeitig der Referenzwert für die Angabe des Schalldrucks und entspricht null Dezibel.
Ausgehend von der Hörschwelle kann der Schalldruck nun verdoppelt, verzehnfacht, verhundertfacht, vertausendfacht usw. werden. Die Angabe, wie oft der Referenzwert vervielfacht wird, ist in der Praxis ungeeignet, weil zum einen der feine Unterschied zwischen z.B. dem 1000-fachen und 999-fachem der Hörschwelle praktisch nicht wahrnehmbar ist und zum anderen mit sehr unhandlichen Zahlen umgegangen werden müsste. Die Obergrenze, die Schmerzschwelle, liegt nämlich bei dem 10.000.000.000.000-fachen (13 Nullen!) der Hörschwelle, also bei 63Pa. Es war deshalb sinnvoll, den Schalldruck in einer geeigneten Einheit auszudrücken, indem man die Vervielfachung als Zehner-Potenz ausdrückt: 

100-fach = 10² = 2 Bel,
1000-fach = 10³ = 3 Bel usw.

Diese Einheit des Schalldrucks Bel wurde nach Alexander Graham Bell, Mit-Erfinder des Telefons, benannt. Man könnte den Schallpegelbereich zwischen Hörschwelle und Schmerzschwelle mit 0 bis 13 Bel angeben. Das war wiederum etwas zu unpräzise und es wurde der zehnte Teil des Bel, das Dezibel, als Einheit für den Schalldruck festgelegt:

40 dB = 4 Bel entsprechen 10.000-fachem (4 Nullen) der Hörschwelle,
50 dB = 5 Bel entsprechen 100.000-fachem (5 Nullen) der Hörschwelle.

Sie erkennen, dass eine Erhöhung von 30 dB auf 40 dB eine völlig andere Quantität als die Erhöhung von 60 dB auf 70 dB hat. Die Einheit Dezibel ist nicht linear, sondern logarithmisch.

 ^ nach oben

Was bedeutet der Zusatz dB(A)?

Der Zusatz „A“ hinter der Dezibel-Angabe zeigt an, dass der Schalldruck mit einem speziellen Frequenzfilter ermittelt wurde. Der A-Filter ist besonders auf den Frequenzbereich des menschlichen Gehöres abgestimmt. Frequenzen unterhalb und oberhalb des menschlichen Gehöres werden dabei geringer bewertet. Die Bewertung von Schallimmission auf den Menschen muss immer mit A-Filter durchgeführt werden.

 ^ nach oben

Was ist bei Berechnungen des Schalldruckes zu beachten?

Man hat es mit einer logarithmischen Größe zu tun, bei der z.B. 60 dB + 60 dB nicht 120 dB ergibt!

Schallquellen
Angenommen, ein Opernsänger verursacht einen Schalldruck von 60 dB(A). Dann erzeugen zwei Sänger im Duett einen Schalldruck von 63 dB(A), was einem Lautstärke-Zuwachs von knapp 20% entspricht. Keinesfalls könnten beide Sänger einen Schalldruck von 120 dB(A), was einem Düsenflugzeug gleichkommen würde, erzeugen. Zehn Sänger erzeugen übrigens 70 dB(A) und zwanzig Sänger erzeugen 73 dB(A) Schalldruck.

Die Formel für die logarithmische Addition von zwei Schallpegeln lautet:

Sie können die logarithmische Addition mit der Summenpegel-Berechnung hier selbst ausprobieren. Beachten Sie, dass Schalldruck und Lautstärke verschiedene Größen sind und nicht gleichgesetzt werden dürfen. Schallintensitäts-, Schalldruck- und Lautstärkeänderungen finden Sie in folgender Vergleichstabelle:

Pegeländerung
Schallintensität Schalldruck Lautstärke
  Ursache Wirkung Wahrnehmung
       
+20 dB 100.0 10,0 4,0
+10 dB 10.0 3,16 2,0
+ 6 dB 4,0 2,0 1,52
+ 3 dB 2,0 1,414 1,23
+/- 0 dB 1,0 1,0 1,0
- 3 dB 0,5 0,707 0,816
- 6 dB 0,25 0,5 0,66
-10 dB 0,1 0,316 0,5
-20 dB 0.01 0,1 0,25

 ^ nach oben

Wird Verkehrslärm berechnet oder gemessen?

Es werden beide Herangehensweisen angewandt und diese sollen hier vorgestellt werden:
Bei der Berechnung von Straßenlärm geht man von bekannten Vorbeifahrpegeln aus, die unter definierten und somit reproduzierbaren Bedingungen ermittelt wurden. Mit weiteren Faktoren wie Anzahl der Fahrzeuge, dem Lkw-Anteil, der Art der Straßenoberfläche, der Längsneigung der Fahrbahn, der zulässigen Höchstgeschwindigkeit sowie Abstand und Höhe zum Immissionsort lassen sich Mittelungspegel an Fahrbahnen berechnen. Vorteil dieser standardisierten Methode ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Das Verfahren ist in der Vorläufigen Berechnungsmethode für den Umgebungslärm an Straßen (VBUS) beschrieben und wird meist in Verkehrsplanungsbehörden eingesetzt, um z.B. Lärmkarten zu erstellen oder Neubau-Projekte hinsichtlich der zu erwartenden Lärmeinwirkung zu bewerten.

Die Firma Lärmkontor GmbH bietet einen kostenlosen Online-Rechner an, mit welchem Sie die Lärmimmission nach VBUS berechnen können.

Jedoch kann ein abstrakter Standard die lokalen Gegebenheiten nur bedingt abbilden, insbesondere wenn die Eingangsgrößen ungenau ermittelt wurden oder vom Berechnungsmodell abweichen. Oftmals werden Verkehrszahlen und Lkw-Anteil nur geschätzt, wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht eingehalten oder entspricht die Straßenoberfläche nicht dem Berechnungsmodell. So können aus einem defekten Gullideckel, Querfugen oder Schlaglöchern vor Ort höhere Lärmwerte resultieren, als im Berechnungsmodell abgebildet werden. Abweichende Antriebsgeräusche wie z. B. von getunten Motorrädern werden im Berechnungsmodell ebenfalls nicht erfasst.

Die andere Herangehensweise, das Messen vor Ort mit einem Schallpegelmessgerät, erfasst hingegen einen umfangreichen Lärmmix. Zwar ist oft der Verkehrslärm vorherrschend, aber das Messgerät kann andere Schallquellen wie Rasenmäher, Laubgebläse, Kirchenglocken, Martinshorn oder Vogelgezwitscher nicht von Fahrzeuggeräuschen unterscheiden. Somit ist eine Messung von reinem Verkehrslärm praktisch unmöglich. Unter Beachtung von vorgegebenen Umgebungsbedingungen während der Aufnahme einer Messreihe kann jedoch ein Mittelungspegel des Umgebungslärms berechnet und damit die Lärmbelastung am Immissionsort beurteilt werden.

^ nach oben

Wie wird die Lärmeinwirkung gemessen?

Für die Bewertung von Verkehrslärm werden die vorbeifahrenden Fahrzeuge als inkohärente Schallquellen angenommen. Am Immissionsort wird der Schalldruck aller Fahrzeuge als Summenpegel von einem Schallpegelmessgerät erfasst. Der Summenpegel der Fahrzeuge ist während des Beurteilungszeitraumes, je nach Verkehrsaufkommen, schwankend. Es reicht also nicht, mal eine Messung durchzuführen. Würde zum Messzeitpunkt ein LKW vorbeidonnern und Sie messen 90 dB(A), wäre es falsch zu behaupten, die Lärmimmission in ihrer Straße beträgt 90 dB(A). Genauso falsch wäre es, wenn Sie während einer Verkehrspause messen und meinen, Ihre Straße sei ruhig. Die schwankenden Pegel müssen in definierten Zeiträumen zu nachvollziehbaren Umgebungsbedingungen in ihrem zeitlichen Verlauf gemäß DIN 45642 aufgezeichnet und statistisch gemittelt werden. Der Mittelungspegel wird nach DIN 45641 berechnet:

^ nach oben

Welche Maßnahmen können den Verkehrslärm verringern?

Bei der Vermeidung von Verkehrslärm ist es in der Praxis mitunter schwierig, die Verkehrsdichte nennenswert zu verringern. Halbiert (Faktor 0,5) man die Anzahl der vorbeifahrenden Schallquellen (Schallintensität), verringert sich der Schalldruck um -3 dB, also cirka 30 Prozent (Faktor 0,707). Die Lautstärke nimmt dabei um etwa 19 Prozent (Faktor 0,816) ab.

Gleichermaßen würde sich LärmOptimierter Asphalt (LOA) mit einer Pegelminderung von -3 dB wie die Hälfte des bestehenden Verkehrsaufkommens und 19 Prozent leiser anhören. Im innerstädtischen Straßenbau hat sich LOA5D bewährt, welcher sich im PKW-Verkehr bei 50 km/h mit einer Pegelminderung bis zu -6 dB wie ein Viertel des Verkehrsaufkommens anhört.

Außerorts auf Bundesstraßen und Autobahnen hat sich OffenPoriger Asphalt (OPA) bewährt, welcher Rollgeräusche besonders gut absorbiert. Es werden Pegelminderungen von -5 dB erreicht, jedoch nimmt durch das Zusetzen von Poren die absorbierende Wirkung über die Jahre ab.

Die Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit wird vorwiegend im innerstädtischen Nebenstraßennetz angewandt. Bei einer Verringerung von 50 km/h auf 30 km/h reduziert sich der Schalldruck um -2,5 Dezibel.

Die Wirkung verschiedener Lärmschutzmaßnahmen können Sie beispielhaft in der interaktiven Lärmkarte des Landesamtes für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg ausprobieren.

^ nach oben

Was ist der LDEN-Index?

Die Lärmeinwirkung wird nach Europäischer Umgebungslärmrichtlinie in drei Beurteilungszeiträume eingeteilt:

06.00 bis 18.00 Uhr > Day
18.00 bis 22.00 Uhr > Evening
22.00 bis 06.00 Uhr > Night

Die Mittelungspegel der Abend- und Nachtstunden werden mit einem Zuschlag stärker bewertet. Für einen 24h-Tag ergibt sich dann der Lärmindex:


Der Lärmindex LDEN wird immer für den Zeitraum eines Jahres angegeben. Damit werden jahreszeitliche Schwankungen ausgeglichen. LDEN wird ausschließlich aus Berechnungsmodellen abgeleitet und in der Lärmkartierung verwendet. Die tatsächliche Lärmimmission kann von diesem Index abweichen.

^ nach oben

Welche Grenzwerte sind zulässig?

Ausgewählte Richt-, Grenz- und Auslösewerte
  TA-Lärm 16. BImSchV Lärmsanierung
    Richtwerte für betriebliche
Analgen
Grenzwerte für neu gebaute oder wesentlich veränderte Verkehrswege Auslösewerte für Lärmsanierung an Bestandsstrecken
 
Gebiet   Tag
Nacht Tag Nacht Tag Nacht
Gewerbegebiete 65 50 69 59 72 62
Kerngebiete 60 45 64 54 69 59
Dorfgebiete 60
 45  64  54 69
59
Mischgebiete 60
45
64
54
 69  59
Kleinsiedlungsgebiete 55 40 59 49 67 57
Allg. Wohngebiete 55
 40 59
49
67
57
Reine Wohngebiete  50 35
59
49
67
57


ausführliche Übersicht der Grenz- Richt- und Orientierungswerte bei Lärmkontor GmbH

^ nach oben

Wie werden Lärmbelastungen bewertet?

Quelle: Hinweise für die Lärmaktionsplanung, Landesamt für Umwelt und Geologie, Sachsen 

^ nach oben

Literatur

Straßenverkehrslärm – Eine Hilfestellung für Betroffene, Arbeitsring Lärm der DEGA, Deutsche Gesellschaft für Akustik, ALD- Schriftenreihe, Heft1 2010

Was ist Lärm? Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Deutscher Asphaltverband, Baustoffe und Baustoffgemische, Offenporiger Asphalt

Lärmoptimierter Asphalt mit Gummimodifikation zur Reduktion von Straßenlärm, Stadt Köln

LOA5D Lärmoptimierte Asphaltdeckschicht für den kommunalen Straßenbau , Lucobit AG

Lärm - Straße und Schiene, Bayerisches Landesamt für Umwelt 2014

Hinweise für die Lärmaktionsplanung, Landesamt für Umwelt und Geologie, Freistaat Sachsen, 2008 

^ nach oben